Hauptversammlung: Nach fünf Jahren harter Oppositionsarbeit wieder in Stadtparlament und Magistrat vertreten
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  Aus dem Bergsträßer Anzeiger vom 10.3.08, www.morgenweb.de

Hauptversammlung: Nach fünf Jahren harter Oppositionsarbeit wieder in Stadtparlament und Magistrat vertreten

FDP: Erfolg macht selbstbewusst

Bensheim. Gemessen an der Mitgliederzahl ist sie eine eher kleine Partei; aber sie ist erfolgreich und vor allem selbstbewusst. Das zeigte sich auch bei der Kommunalwahl 2006, als die FDP knapp 37 679 Stimmen auf sich vereinigen konnte und dadurch ihre Präsenz in der Stadtverordnetenversammlung auf drei Sitze erhöhen konnte. Außerdem ist seitdem nach 34 Jahren Pause wieder ein liberaler Stadtrat im Magistrat.

Bei der Jahreshauptversammlung des Bensheimer Stadtverbandes machte der FDP-Vorsitzende und Fraktionschef Holger Steinert nochmals deutlich, dass dies nicht selbstverständlich sei, sondern auf fünf Jahren harter Oppositionsarbeit basiere. Fast 30 Jahre lang konnte die FDP die parlamentarische Arbeit nur als Zuschauer verfolgen, bis sie dann 2001 "aus eigener Kraft" mit zwei Mandatsträgern in die Stadtverordnetenversammlung einzog.

"Inzwischen ist die FDP ein lebendiger Bestandteil der Stadt und eine sehr stabile Organisation", so der selbstbewusste FDP-Chef. Steinert sah es pragmatisch, dass von acht zu ehrenden Mitgliedern nur Teja Fuchs anwesend war, der seit 20 Jahren liberale Politik vertritt. Mit kurzer Unterbrechung gehöre er seit 1995 dem Ortsbeirat und seit 2001 dem Stadtparlament an. Er sei der am längsten amtierende FDP-Politiker des Stadtverbandes und beweise damit "hohe Leidensfähigkeit".

Die Ehrungen für den früheren Vorsitzenden Heinz Ohlemüller (45 Jahre), Stadtrat Volker Opitz (35 ) sowie Michael Martini und Peter Opitz (je 25), Barbara Rohlfs (15), Natascha Grüger und Rüdiger Böckle (je 10) werden nachgeholt.

In seinem Bericht über die Arbeit der vergangenen zwei Jahre war Steinert neben den zahlreichen Veranstaltungen, die meist auch mit informativen Inhalten verbunden sind (Fahrradtouren, Firmenbesuche, Stadtrundgänge etc.), auch auf die politischen Aktivitäten eingegangen. Als einzige Fraktion habe die FDP in Bensheim alle Kinderbetreuungseinrichtungen besucht und interessante Einblicke erhalten. Bei den Firmenbesuchen gehe es darum, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es dem Mittelstand geht.

Von Selbstbewusstsein zeugt auch die Entscheidung, auf einen eigenen Bürgermeister-Kandidaten zu verzichten. "Nur einen Zählkandidaten aufzustellen ist nicht sinnvoll, auch müssen wir niemanden unterstützen", so Steinert. Neben der aktuellen Entscheidung zum städtischen Haushalt sieht Steinert noch weitere Baustellen für die FDP.

Kritik übte der FDP-Chef nach wie vor an Bensheim Aktiv ("Der neue Vorsitzende ist bis jetzt wenig in Erscheinung getreten"), an den Kosten für das Stoll-Gutachten ("Geld ausgeben, um festzustellen, dass ein Nazi ein Nazi ist"), am Ritterplatz, für den immer noch ein Gesamtkonzept fehle, an den "ewigen Streitereien" der GGEW-Spitze und an den in Bensheim immer noch extrem konservativen Öffnungszeiten für die Außengastronomie.

Unter der Versammlungsleitung von Benjamin Kramer wurde der einstimmig entlastete Parteivorstand in einem zügigen Wahlvorgang ebenso einstimmig im Amt bestätigt. js

Bergsträßer Anzeiger

10. März 2008


V.l.n.r.: Benjamin Kramer (Versammlungsleiter), Rudolf Schmitt, Simon Breuser, Holger Steinert, Alexandra Münch,
Dr. Rolf Schepp, Teja Fuchs
 
 
 
 
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